Lohnsteuertabelle in der Steuererklärung

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Lohnsteuertabelle in der Steuererklärung 2020

Welche Rolle spielt die Lohnsteuertabelle in der Steuererklärung? Der Arbeitgeber berechnet grundsätzlich die Lohnsteuer seiner Arbeitnehmer nach der Lohnsteuertabelle so, als wären die Bezüge das ganze Jahr über gleich und als würden sich auch keine Änderungen in den Freibeträgen oder der Steuerklasse ergeben.

Ist aber ein Arbeitgeber beispielsweise nicht das ganze Jahr über beschäftigt oder ergeben sich im Laufe des Jahres Änderungen in Bezug auf die Freibeträge, zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes, eine Heirat oder Sonstigem, bezahlt der Arbeitnehmer durch diese Berechnung grundsätzlich zu viel Lohnsteuer. Diese zu viel bezahlten Beträge kann der Arbeitnehmer im Zuge der jährlichen Einkommenssteuererklärung zurückfordern.

Lohnsteuertabelle Einkommensteuererklärung

Hat der Arbeitnehmer im Laufe eines Jahres zusätzliche Freibeträge auf seiner Lohnsteuerkarte eintragen lassen, hat er im Zuge der Einkommensteuererklärung nachzuweisen, dass die entsprechenden Belastungen tatsächlich eingetreten sind. Die Einkommensteuererklärung ist in diesem Fall bindend.

Da die Berechnung der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber mittels der Lohnsteuertabelle keine entsprechenden Änderungen vorausahnen kann, lohnt sich aber auch eine freiwillige Einkommensteuererklärung in den meisten Fällen.

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Neben der Lohnsteuer muss der Arbeitgeber auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer einbehalten und abführen. Beides wird nicht über die Lohnsteuertabelle, wohl aber mittels der Lohnsteuer berechnet. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent der Lohnsteuer. Allerdings startet die Pflicht zur Zahlung des Solidaritätszuschlages erst ab einem bestimmten Mindestverdienst und ab dann wird der Beitrag stufenweise auf den Satz von 5,5 Prozent übergeleitet.

Bei der Berechnung des Solidaritätszuschlages werden daneben auch die Kinderfreibeträge berücksichtigt.

Auch bei der Kirchensteuer bildet die errechnete Lohnsteuer die Berechnungsgrundlage. Die Berechnungssätze für die Kirchensteuer sind allerdings nicht bundesweit gleich sondern weisen je nach Bundesland Unterschiede auf. Welche Regelung dabei zutreffend ist, hängt aber nicht vom Wohnort des Arbeitgebers ab sondern vom Standort der Arbeitsstätte.

Solidaritätszuschlag Kirchensteuer

Wofür sind Lohnsteuerklassen erforderlich?

Lohnsteuerklassen sind deshalb erforderlich, weil dem Arbeitgeber nur den Bruttoarbeitslohn des Arbeitnehmers aus dem Beschäftigungsverhältnis kennt. Sein gesamtes zu versteuerndes Einkommen ggf. aus weiteren beruflichen bspw. nebenberuflichen Tätigkeiten sind dem Arbeitgeber nicht bekannt.

Die Lohnsteuerklassen bestimmen aber nur die Höhe der monatlichen Steuervorauszahlung. Die endgültige Steuerschuld, die der Arbeitnehmers zu tragen hat, wird erst in der jährlichen Einkommensteuererklärung bzw. im Steuerbescheid ermittelt. Auf diese Einkommensteuererklärung haben die Lohnsteuerklasse keinen Einfluss.


Höhe der Lohnsteuer

Wie hoch die Lohnsteuer ist, die der Arbeitgeber mittels der Lohnsteuertabelle errechnet, kann durchaus vom Arbeitnehmer selbst mit beeinflusst werden. So kann er selbst einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung beim zuständigen Finanzamt stellen.

Früher musste dazu gleichzeitig die Lohnsteuerkarte eingeschickt werden, gegebenenfalls musste man sich diese bei der Personalabteilung seines Arbeitgebers für diesen Zweck vorübergehend aushändigen lassen. Zwischenzeitlich wurde aber die Lohnsteuerkarte seit 2013 abgeschafft.

Hatte der Antrag auch Auswirkungen auf die Steuerklasse des Ehepartners oder die bei ihm eingetragenen Kinderfreibeträge mussten beide Steuerkarten eingeschickt werden, damit diese entsprechend geändert werden können. Wenn das Finanzamt dem Antrag zustimmte und den oder die entsprechenden Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen hatte, musste der Arbeitgeber diese Freibeträge vor einer Anwendung der Lohnsteuertabelle entsprechen vom Arbeitslohn abziehen, dieses galt ab dem Monat, der dem Zeitpunkt der Eintragung folgte. Damit änderte sich natürlich nicht nur die Lohnsteuer sondern, da diese über die Lohnsteuer berechnet wurde auch die zu zahlende Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag.


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